Frotteestoff: Das solltest du beim Nähen beachten

Ob für einen kuscheligen Bademantel, das Strandtuch für den Urlaub oder als Strampler für Babys – Frotteestoff ist durch seine besondere Struktur extra saugfähig und angenehm weich anzufassen.
Was du bei der Verarbeitung von Frotteestoff wissen solltest, ist hier für dich zusammengefasst.

Das kann Frottee

Frotteestoff ist super saugfähig! Das liegt an den besonderen Materialeigenschaften dieses Stoffs, denn Frottee besteht aus vielen kleinen Fadenschlingen. Je nach Herstellungsweise wird dafür mit Effektgarn, das bereits aus vielen Schlingen besteht, gewebt oder die Schlingen entstehen erst beim Webprozess. Letzteres wird als „Frottierware“ bezeichnet. In beiden Fällen hat der Stoff ein höheres Volumen als andere Stoffe und kann dadurch mehr Wasser aufnehmen.

Außerdem ist die Oberfläche von Frottee durch die Schlingen angenehm weich. Die Kombination mit seiner hervorragenden Saugfähigkeit macht diesen Stoff zur ersten Wahl für Handtücher, Bademäntel oder Einschlagdecken für Babys. Frottee kann in der Regel bis zu 60 Grad heiß gewaschen werden – und ist deshalb ein gutes Material für Projekte, bei denen Hygiene wichtig ist, wie Massage- oder Babytücher.

Nähen mit Frotteestoff

Die besondere Struktur von Frotteestoff stellt einem beim Nähen vor Herausforderungen: Das Anzeichnen mit Schneiderkreide ist bei den meisten Frotteestoffen wirkungslos. Hier empfiehlt sich ein Trickmarker oder eine Block-Kreide, die deutlich mehr Farbe auf dem Stoff hinterlässt als herkömmliche Schneiderkreide. Wenn auch das nicht klappt, verwende die Durchschlage-Technik: Dazu zeichnest du die Nahtlinien mit Nadel und Faden – etwas aufwendiger, aber es lohnt sich.

Stecknadeln versinken buchstäblich in dem dicken Stoff. Wenn du sie dann übersiehst und mit der Nähnadel darüber nähst, kann es das Ende deiner Nähnadel bedeuten. Daher empfehlen sich Nadeln mit breiten Köpfen, z.B. Patchworknadeln. Als Nähnadel kannst du eine Universalnadel verwenden.

Abgesehen von verschwundenen Stecknadeln können die Schlingen des Frotteestoffs beim Nähen Probleme bereiten, da sich diese im Nähfuß verfangen. Abhilfe schafft ein Streifen Stickvlies oder Butterbrotpapier, den du zwischen Stoff und Transporteur legst. Nachträglich entfernst du den Streifen. Eine professionelle Lösung ist eine Avalon-Folie: Du klebst sie auf den Frotteestoff, nähst darüber und wäscht die Folie später einfach aus. Besonders beim Anbringen von Applikationen hilft die Avalon-Folie ungemein: Sie drückt die Schlingen nieder und ermöglicht dir eine saubere Naht rund um die Applikation.

Grundsätzlich franst und fusselt Frotteestoff sehr stark, deshalb solltest du immer alle Kanten versäubern. Das kann mit einer Overlockmaschine passieren, aber auch mit einem Zickzackstich einer herkömmlichen Nähmaschine.

Diese Frotteearten gibt es

Frottee ist nicht gleich Frottee! Dieses besondere Material unterteilt sich in Walk-Frottee, Zwirn-Frottee, Wirk-Frottee und Velours-Frottee. Letzterer ist besonders weich, da die Schlingen aufgeschnitten werden. Zwirn-Frottee dagegen ist durch gezwirnte Schlaufenfäden etwas fester und man kann sich damit toll abrubbeln. Wirk-Frottee wird – wie der Name verrät - nicht gewebt, sondern gewirkt und zeichnet sich wie der Walk-Frottee ebenfalls durch hohe Saugfähigkeit aus.

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