Kleider selber nähen: 6 Gründe, die dafür sprechen

Von der ersten selbstgenähten Handyhülle ist es nicht weit zum selbstgestalteten Rock. Aus einem Rock werden drei und langsam reift die Idee heran, sich an anspruchsvolle Kleidungsstücke heranzuwagen.
Trau dich! Denn Kleidung selbst zu nähen bewirkt viel mehr Gutes, als man denkt: Für dich persönlich, aber auch für die Umwelt.

1. Deine Kleidung gewinnt an Wertigkeit

Stell dir vor, du leistest dir ein richtig schickes Teil von einem Designer. Du hegst und pflegst das Kleidungsstück, passt genau auf, es richtig zu waschen und freust dich bei jedem Tragen über deine wunderbare Errungenschaft. Dieses Stück bekommt einen Ehrenplatz in deinem Kleiderschrank – und vielleicht vererbst du es irgendwann einmal deinen Enkeln.

Das passiert garantiert niemals mit einem Shirt aus dem Discounter für 4,95 Euro, bei dem es niemanden stört, wenn es nach einmal Tragen außer Form gerät. Kauft man sich halt ein Neues! Oder gleich den Dreierpack in den Basic-Farben für 12 Euro.

Die berühmte und allzu verbreitete Wegwerf-Mentalität sorgt dafür, dass es zunehmend an Wertschätzung für das einzelne Produkt fehlt. Und letztendlich quillt der Kleiderschrank vor Basic-Teilen über, die einen trotz ihrer Masse nicht beglücken. 

Wer schon mal ein Kleidungsstück selbst genäht, gehäkelt oder gestrickt hat, weiß: Das ist richtig viel Arbeit. Aber: Es ist dein Werk - deine Zeit, die in diesem Kleidungsstück stecken. Was du selbst nähst, wird zu deinem Designerstück und jedes Mal, wenn du es anziehst, wird es dich mit Stolz erfüllen. Das hast du selbst genäht! Du hast dafür Stunden in der Stoffabteilung verbracht, um genau diesen Stoff zu finden, du hast mit der Nähmaschine gekämpft (und gewonnen) und schließlich das fertige Stück anprobiert. Und es passte! Und zwar wie angegossen, denn es ist dir buchstäblich auf den Leib geschneidert. Und eines Tages? Bekommt dieses Stück auf jeden Fall der Lieblingsenkel.

2. Ethische Verantwortung: Wer kauft, bestimmt mit

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Textilindustrie häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Wer einmal ein Kleidungsstück selbst genäht hat und Materialkosten und Zeitaufwand umrechnet, weiß: 2,99 Euro für ein Trägertop kann nicht unter guten Bedingungen hergestellt worden sein. Nähst du deine Kleidung selbst, ist sicher: Für dieses Stück musste keiner leiden, wurde schlecht bezahlt oder arbeitete zehn Stunden ohne Pause. Selbernähen ist fair!

3. Nähen entspannt

Eine Tätigkeit mit den Händen ist Urlaub für deinen Kopf: Nichts stoppt das Gedankenkarussell besser, als die Aufmerksamkeit auf ein kreatives Projekt zu lenken. Sorgen, Stress, anstrengende Kunden – das bleibt für eine Weile außen vor. Nähen erfordert Konzentration und Hingabe, da ist gar kein Platz mehr für Grübeleien.

4. Reduziere deine Fehlkäufe

Jeder kennt sie, die Kleidungsstücke, bei denen man sich in der Kabine eingeredet hat, dass sie wunderbar für den nächsten besonderen Anlass passen könnten. Zuhause landet das gute Stück in der Versenkung, denn es muss leider mit viel zu vielen Teilen für besondere Anlässe konkurrieren. Bei selbstgenähter Kleidung passiert dir das bestimmt nicht, denn erstens ist der Aufwand viel zu groß für ein „vielleicht“ und „irgendwann“ und „wenn ich abgenommen habe“. Und zweitens passt dein selbstgenähtes Stück einfach richtig gut – du hast es schließlich für dich und nicht für ein Model genäht.

5. Du sparst Geld

Angesichts der Tatsache, dass eine perfekt genähte Sommerhose von der Stange 9,99 Euro kostet, kann selbstnähen frustrierend sein. Allein der Stoff ist teurer, von der Arbeitszeit ganz zu schweigen. Tatsächlich ist das aber nicht das Ende der Rechnung: Eine selbstgenähte Hose wirst du deutlich mehr wertschätzen und besser behandeln. Außerdem ist die Qualität deiner selbstgenähten Hose deutlich besser und haltbarer. Diese Hose wirst du im Gegensatz zu der gekauften jahrelang tragen. So kommen auf eine selbstgenähte Hose bestimmt fünf aus dem Discounter. Diese Rechnung hilft, wenn man sich angesichts einer störrischen Nähmaschine fragt, was die ganze Mühe überhaupt bringt. Es bringt viel, versprochen – vor allem für dich selbst.

6. Du entwickelst dich weiter – sichtbar!

Nähen ist mehr als ein Hobby, es ist eine Kunstfertigkeit! Damit ein Kleidungsstück wirklich sitzt, braucht es einige Versuche und dem fertigen Stück gehen häufig viele Stunden Arbeit voraus. Sinnvoll ist, sich zunächst mit unkomplizierten Schnitten an das große Masterprojekt heranzutasten. Das Schöne ist: Deine Erfolge sind in jeden genähtem Stück sichtbar und die Entwicklung von deinem Können ebenso. Wenn dir eines Tages ein Dirndl von der Nähmaschine hüpft, klopf dir auf die Schulter. So weit bist du gekommen – Wow! Nähen ist eine Herausforderung und erfordert Geduld, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Das wiederum verschafft dir Befriedigung und erfüllt einen mit Stolz. Dass Nähen wie Therapie ist, würden wohl die meisten Näh-Fans unterschreiben. Tu dir etwas Gutes und setz dich an die Nähmaschine!

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