Welcher Stricktyp bist du? Die 7 Arten von Strickern

Menschen, die noch nie eine Stricknadel in der Hand hatten - Menschen, die das Gefühl nicht kennen, wenn man voller Stolz ein fertiges Strickstück abmaschen darf, können nicht verstehen, was das Herz eines Strickers bewegt. Stricker sind einfach besonders! Welcher der sieben Strick-Typen bist du?

Die
Turbo-Strickerin

Selbst in Slow-Motion ist es als Normalsterblicher nicht möglich, die einzelne Bewegung der Turbo-Strickerin nachzuvollziehen. Die Stricknadeln werden in solch einer Geschwindigkeit geschwungen, dass selbst eine Strickmaschine angesichts der Schnell-Strickerin außer Puste gerät. Die Turbo-Strickerin misst ihren Fortschritt nicht in Maschenreihen, sondern in fertigen Strickprojekten, die der ihr von der Nadel hüpfen. Meist verfügt die Turbo-Strickerin noch über eine erstaunliche Multi-Tasking-Fähigkeit, denn ihre rasende Strickgeschwindigkeit wird auch nicht durch eine politische Diskussion nebenher oder einer lautstarke Ehekrise gebremst.

Es ist nicht zu empfehlen, sich von einer Turbo-Strickerin eine neue Strick-Technik erklären zu lassen, denn was die TS als „langsam“ und „Step-by-Step“ kategorisiert, ist für andere der unerklärliche Übergang vom ersten Maschenanschlag zum Abmaschen – was dazwischen passiert, bleibt dem Schüler verwehrt.

 

Die
konservative Strickerin

Die konservative Strickerin setzt grundsätzlich auf Altbewährtes. In dem, was sie tut, ist sie gut und genau dabei soll es bleiben. Hat die konservative Strickerin (kurz: KS) ihr Steckenpferd gefunden, ist sie diesem ewig treu. Auch neuartige Ausstattung lehnt die konservative Strickerin ab, denn was sich bis jetzt bewährt hat, wird auch in Zukunft gute Dienste leisten. Innovative Stricknadeln aus Knochen oder das neueste „Creative-silky-touch- Garn“ quittiert die KS mit einem verächtlichen Schnauben und wendet sich der guten alten Sockenwolle zu. Darauf ist Verlass! Ebenfalls Verlass ist auf die riesige Anzahl an X (hier bevorzugtes Projekt der KS einsetzen, z.B. Fußwärmer mit Zopfmuster), von dem einfach jeder in der näheren Bekanntschaft ein oder mehrere Exemplare besitzt.

 

Die
hippen Stricker

Stricken ist Trend, Stricken ist hip, Stricken ist das neue Yoga. Es gibt eine Personengruppe, die auf dieser Welle maximal mitschwimmt und dabei minimalen Aufwand betreibt: Die „Strickster“, die Hipster unter den Strickern. Diese betrachten Stricken als Teil ihres modernen Lifestyles. Die hippe Strickerin kennt die Grundlagen der Strickkunst, hat ein bis zwei gut sichtbar platzierte Strickprojekte in seinem WG-Zimmer platziert und ist ein großer Fan von DIY-Paketen, die sie monatlich zwei bis vier Instagram-Storys mit dem Hashtag #selbstgemacht versehen lassen. Der selbstgestrickte Schal (wahlweise Mütze oder Handstulpen) gehört zum Outfit wie der umweltfreundliche Coffee-to-go-Becher und der Jute-Beutel.

 

Die
Wollaholics

Der Stricktyp des Wollaholic ist weitverbreitet und findet sich sowohl bei Anfängern, als auch bei fortgeschrittenen Strickerinnen. Er zeichnet sich durch das schwer zu kontrollierende Bedürfnis aus, Wolle zu kaufen. Die gar nicht oder nur teilweise genutzten Wollmengen werden in Wollkörben, Taschen oder Bettkästen gehortet. Ratschläge, Bitten oder gar Flehen überforderter Mitbewohner verhallen ungehört. Wollaholics verfolgen ihre ganz eigene Kauf-Philosophie und begründen ihre Errungenschaften mit für sie fundierten Argumenten, deren Logik sich der Umwelt meist entzieht.

Eng verwandt mit dem Wollaholic ist der Aufschieber.

 

Die
Aufschieberin

Dieser Stricktyp ist hochmotiviert, begeistert, ja geradezu enthusiastisch bei einem neuen Strick-Projekt. Doch die Betonung liegt auf neu, denn darin liegt der Reiz. Sobald die Aufschieberin zu stricken begonnen hat, kommt oder begegnet ihr eine andere spannende Idee. Die sie ebenso begeistert angeht – bis das nächste kommt. Dafür kauft die Aufschieberin natürlich sofort die erforderlichen Materialien, weswegen die Schnittmenge von Wollaholic und dem Aufschieber sehr groß ist und sich viele Strickerinnen beiden Typen zuordnen lassen.

Bei keinem anderen Stricktyp finden sich so viele linke Socken ohne Partner, Pullover ohne Ärmel und Rückenteil und angefangene Strickteile ohne spezifizierte Bestimmung.

 

Die
intuitive Strickerin

Die intuitive Strickerin kommt gänzlich ohne Anleitungen aus. Sie beginnt einfach zu stricken – meist mit ungewissem Ausgang. Der intuitiven Strickerin kann also eine große Portion Wagemut zugeschrieben werden, denn sie stürzt sich Hals über Kopf in ihre Strickprojekte, folgt einem wagen oder gar keinem Plan und lässt sich davon leiten, wohin die Maschen sie treiben. Die intuitive Strickerin ist unter den Strickern eine bewunderte Spezies und gilt unter den Strickern als Seltenheit.

Leider ist die intuitive Strickerin meist nicht in der Lage, ihre Kreation nach Vollendung zu wiederholen oder zu beschreiben. So bleibt der Quell ihrer Kreativität ganz allein ihr selbst vorbehalten – was sie umso faszinierender macht.

 

Die
Star-Strickerin

Es gibt kaum jemanden, der der Star-Strickerin das Wasser reichen kann, denn dieser Stricktyp kann einfach ALLES. Sie schreckt vor nichts zurück und es gelingt ihr einfach jedes Projekt. Man kann sie nur anbeten und hoffen, dass ein wenig von ihrem Glanz auf die weniger Beschenkten abfärbt. Überdies verfügt die Star-Strickerin über die Fähigkeit, ihr Tun so zu erklären, dass sich jeder befähigt fühlt, es ihr gleichzutun. Dies ist jedoch ein Trugschluss, denn die Leichtigkeit, mit der die Star-Stricker ihre Maschen strickt, ist sehr schwer zu imitieren.

Die Star-Strickerin trifft man häufig in Strickzeitschriften, Videoblogs und DIY-Webseiten an. Meist unentdeckt findet sich die Spezies der Star-Strickerinnen überdies in vielen Wohnzimmern, wo die Star-Strickerin – während Lindenstraße oder Volksmusikstadl läuft – die unglaublichsten Werke kreiert.

 

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