Tipps und Tricks für ein perfekt organisiertes Nähzimmer

Der Traum jeder passionierten Näherin ist ein eigenes Nähzimmer. Ein Raum, wo alle Näh-Schätze Platz haben, viel Raum für Ideen und Projekte ist und die Nähmaschine jederzeit bereit steht, um ein paar kreative Stunden zu verbringen. Hier findest du Praxistipps und Inspirationen, wie du deine Kreativ-Oase gestalten kannst.

Tipps zur Raumaufteilung: Dein Nähzimmer optimal genutzt

Ein Nähzimmer sollte inspirierend und praktisch gestaltet werden. Letzteres bedeutet vor allem, die Dinge dort zu platzieren, wo du sie brauchst und dort Platz zu schaffen, wo freie Flächen und Bewegungsfreiheit von Vorteil sind. Daraus ergeben sich grob zwei Arbeitsbereiche: Nähtisch und Zuschneidefläche. Die Nähmaschine solltest du an einem möglichst hellen Ort platzieren, zum Beispiel am Fenster. Je mehr Tageslicht du für deine Arbeit nutzen kannst, desto angenehmer. Zusätzlich kann eine Schreibtischlampe als Lichtquelle dienen. Dinge, die du beim Nähen immer wieder brauchst, solltest du in Reichweite postieren, zum Beispiel Stecknadeln, eine Schere, einen Naht-Trenner usw. So musst du nicht für jeden Schritt aufstehen und zum Schrank laufen. Es ist erstaunlich, wie sehr diese kleinen Kniffe den Näh-Spaß unterstützen.

Der zweite wichtige Bereich des Nähzimmers ist für das Zuschneiden der Stoffe reserviert: Wenn es der Platz zulässt, gönne dir einen großen Tisch für diese Zwecke. Es ist mühsam, große Schnittmuster auf dem Stoff zu befestigen und die Stoffteile auszuschneiden, wenn du dafür ständig andere Sachen hin- und herräumen musst. Eine freie Fläche für den Zuschnitt lohnt sich enorm!

Ein weiterer Bestandteil in deinem Nähzimmer ist das Bügelbrett. Im Idealfall hat das Bügelbrett einen festen Platz, da man bei den meisten Nähprojekten zwischen jedem Schritt bügeln muss. Ein Bügelbrett ist sperrig und nimmt viel Raum ein, das stimmt. Wirkt der Raum dadurch zu beengt, klappe das Bügelbrett nach dem Nähen zusammen und verstaue es, doch während du nähst, solltest du jederzeit darauf zugreifen können.

Nähzimmer einrichten: Das Auge näht mit!

Dein Nähzimmer ist dein Reich. Hier darfst du deine Ideen verwirklichen, abschalten, kreativ sein – es ist deine Zeit, dein Raum. Gestalte diesen Raum so, dass du dich wohl fühlst! Eine praktische Raumaufteilung und sinnvolle Anordnung deiner Utensilien ist die Basis, jetzt geht es um den Stil und die Atmosphäre deines Nähzimmers. Möbel machen den Charakter eines Raums aus, aber auch Bilder, Vorhänge und kleine Deko-Accessoires lassen einen Raum gemütlich und heiter wirken. Hänge dir zum Beispiel Bilder oder Zeitschriftenausschnitte, die dich inspirieren, an die Wand. Gestalte eine schöne Pinnwand mit motivierenden Sprüchen oder beziehe Leinwände mit deinen Lieblingsstoffen – wichtig ist, dass du dich wohlfühlst. Ob shabby chic, kunterbunt oder einfach Hygge: Genau wie mit deiner Näh-Kunst drückst du mit diesem Raum aus, wer du bist und was du als Kreative erschaffst.


Ordnung halten: So organisierst du dein Nähzimmer sinnvoll

Jeder Näh-Fan kennt es: Immer hängt aus dem Nähkästchen irgendwo ein Faden heraus, Perlen rollen über den Boden und die Unmengen an Stoff sind einfach nicht mehr unterzubringen. Dabei braucht es nur wenige Ordnungs-Hacks, um Näh-Material dauerhaft aufzuräumen und so aufzubewahren, dass sie jederzeit einsetzbar sind. Und zwar so, dass einem nicht der ganze Kommodeninhalt entgegen stürzt! Und du wirst sehen, plötzlich ist wieder Platz für neue Stoffe – herrlich, oder?


Stoffe aufbewahren

Stoffe ordentlich und übersichtlich aufzubewahren ist wohl die größte Herausforderung für Nähfans. Mit „Stopfen, Stopfen, Stopfen!“ ist ab jetzt Schluss! Ein Profi-Tipp sind Kartonstücke, die du in dein Stoffstück einfaltest. Schneide dazu Stücke aus festem Karton in der gleichen Größe zu und lege sie auf den Stoff. Dieser Kniff hat zwei Vorteile: Erstens faltest du die Stoffe alle in der gleichen Höhe und Breite, was das stapeln deutlich einfacher und ordentlicher macht. Zweitens gewinnt das gefaltete Stück an Stabilität und du kannst es wie ein Buch ins Regal sortieren.

Eine weitere Variante ist, die Stoffstücke zu rollen. Diese Methode hat den Vorteil, leicht Zugriff auf viele Stoffe zu haben. Du siehst außerdem sofort, welcher Stoff welcher ist und hast mit einem Griff das gewünschte Stoffstück in der Hand, ohne lang herumräumen zu müssen.

Je nach Geschmack kannst du deine Stoffe gut sichtbar verstauen oder hinter Schranktüren verbergen. Aufbewahrungsboxen gibt es in allen Größen und Farben, und sie lassen sich gut in Regalen einordnen. Transparente Boxen haben den Vorteil, dass du von außen sehen kannst, welcher Stoff darin lagert. Mit der Karton- oder Rollmethode kannst du die gefalteten Stoffe so einordnen, dass du alle Stoffe nebeneinander sehen kannst.

Ein weiteres praktisches Helferlein für wenig Geld sind Hängeregale. Auch diese gibt es in verschiedenen Fächergrößen. Hängeregale lassen sich einfach an eine Kleiderstange befestigen und ersetzen Regalbretter, wenn du nur eine Kleiderstange ohne Schubladen oder Fächer hast. Bei großen Möbelhäusern findest du häufig auch passende Schubläden, die in die Fächer passen. Alternative: Rollcontainer. Vor allem in kleinen Räumen punkten sie durch ihre Mobilität.

Stoffreste

Jeder hat sie zuhause: Die Stoffreste-Wühlkiste. Die kleinen Stoffstücke sind zu klein und unförmig, um sie ordentlich zusammen falten zu können und flattern oft in der Stoffschublade herum. Sehr ordentlich ist eine Lösung mit Gefrierbeuteln: Sortiere deine Reste in transparente Gefrierbeutel und ordne die Beutel in eine Aufbewahrungsbox ein. So hast du mit einem Griff das passende Stoffstück und musst nicht lange wühlen.

Für sehr kleine Stoffreste lohnt es sich jedoch häufig kaum, sie einzeln einzuordnen. Eine gute Idee ist eine schöne Box oder ein Marmeladenglas, in welchem du die kleinen Stoffstücke sammelst. Am Ende hast du eine sinnvolle Stoffordnung in deinem Nähzimmer: Große Stoffe, kleinere Stücke und Stoffreste.

Schnittmuster aufbewahren

Schnittmuster sind große Papierbögen in unhandlichen Formen, die eine ordentliche Unterbringung erschweren. Klarsichthüllen schaffen Abhilfe: Falte dein Schnittmuster so zusammen, dass es in die Folie passt und beschrifte sie. Die Folie hält alle Teile eines Schnittmusters zusammen und sorgt dafür, dass auch kleine Stücke, wie Kragen- oder Saumvorlagen, nicht verloren gehen. Die Folien kannst du in Ordner oder Pappmappen einheften. Bei einer großen Menge an Schnittmustern macht eine inhaltliche Unterteilung Sinn, z.B. „Kleider“, „Röcke“, „Oberteile“. Einfache Registerkarten machen das Ganze super easy.

Eine Alternative sind Hängeordner. Hier sind zusätzliche Klarsichthüllen nicht unbedingt nötig, aber möglich.

Nähzimmer organisieren: Kleinkram aufbewahren

Um Sicherheitsnadeln, Maßband und andere Nähutensilien aufzubewahren, eignen sich Sortierboxen für Handwerker hervorragend. Die kleinen Fächer sind ideal für diversen Krimskrams, der im Nähkästchen ansonsten herumfliegt. Zudem lassen sich diese Boxen fest verschließen und sicher verstauen.

Eine andere kreative Möglichkeit sind Setzkästen. Die kleinen Fächer sind nicht nur praktisch, sondern auch noch schön anzuschauen. Da sie nicht zu verschließen sind, solltest du diese Möglichkeit nur wählen, wenn du den Setzkasten irgendwo platzieren kannst, wo er dich nicht beim Arbeiten stört. Unter einer Schreibtischplatte aus Glas zum Beispiel ist er ein wunderschönes Deko-Element im Nähzimmer, das Lust auf Handarbeiten macht.

Knöpfe & Co verstauen

Haken, Knöpfe, Perlen, Pailletten – wohin damit? Diese Nähaccessoires sind zu schön um sie zu verstecken. Vintage-Bonbongläser oder Einmachgläser sind perfekt, um diese kleinteiligen Nähutensilien aufzubewahren. Aufgereiht im Regal bieten sie eine schöne Abwechslung zu den Stoffen und sind jederzeit griffbereit.

Borten und Bänder

Eine schöne Sammlung verschiedener Borten macht Lust auf neue Kreativ-Projekte! Auf eine Regalstange aufgereiht verbrauchen die Rollen wenig Platz und es lassen sich passend zum aktuellen Projekt Borten auswählen, abmessen und anbringen. Das lässt Nähherzen höher schlagen!

Garnrollen aufbewahren

Bei Garnrollen macht die Ordnung nach Farben nicht nur für das Ästhetik liebende Auge Sinn, sondern ist vor allem praktischer Natur: Den richtigen Farbton für deinen Stoff auszuwählen ist wichtig für das Endergebnis deines Nähprojekts. Es stört das Gesamtbild erheblich, wenn sich die Nähte farblich mit dem Stoff beißen. Hast du deine Garnrollen farblich in Gruppen sortiert, kannst du deinen Stoff daneben legen und das Garn, das am besten mit damit übereinstimmt, auswählen.

Das gute alte Nähkästchen ist oft überfordert mit den vielen Garnrollen, die sich im Laufe der Zeit ansammeln. Im Fachhandel gibt es spezielle Spulenhalter für Nähgarn – sowohl zum Aufhängen als auch als Box.

Alternativ bietet sich eine Mini-Kommode mit vielen kleinen Schubladen an. Die gibt es für wenig Geld in Möbelhäusern oder im Internet. Die Mini-Kommode kannst du einfach ins Regal oder sogar auf deinen Schreibtisch stellen. Die kleinen Fächer eignen sich perfekt für Garnrollen, da sie hier nicht herumrollen können.