Der Zuschnitt - einfach erklärt


Nähen für Einsteiger, Wiedereinstieg und Profis

 Craftery zeigt ganz genau in Wort und Bild und Schritt für Schritt, wie der Zuschnitt funktioniert und was zu beachten ist. Im Folgenden geht es aber erst einmal um die Anfänge – zur Auffrischung für Wiedereinsteiger, als Einführung für Näh-Einsteiger und als kleiner Technik-Abgleich für Profi-Näherinnen.

Der Lageplan

Der Lageplan ist Bestandteil der Nähanleitung. Besteht ein Schnitt aus mehreren unterschiedlichen Stoffen, gibt es für jeden Stoff einen eigenen Lageplan. Die Überschrift des Lageplanes zeigt hierbei an, aus welchem Stoff die abgebildeten Schnittteile ausgeschnitten werden müssen. Der Stoffverbrauch und die verwendete Stoffbreite sind in der Nähanleitung für jede Konfektionsgröße angegeben. Damit im Zuschnitt alle Schnittteile auf dem Stoff platz finden, wird ein Lageplan maßstabsgetreu angelegt.

Da in jedem Modell einige Schnittteile doppelt vorkommen, und andere symmetrisch sind, muss der Stoff meistens der Länge nach in der Mitte umgeschlagen werden. Er liegt dann doppelt und ist noch genauso lang, aber nur noch halb so breit. In besonderen Fällen kann es notwendig sein, den Stoff von beiden Seiten nach innen einzuschlagen. Die Seite an der die offenen Stoffkanten aufeinander liegen, ist die "Webkante". Die Seite, an der der Stoff gefaltet ist, nennt man "Stoffbruch". Parallel zu diesen beiden Kanten verläuft der "Fadenlauf" des Stoffes. Hierbei handelt es sich um eine gedachte Linie, die der Webrichtung des Stoffes entspricht. Schnittteile auf einem Lageplan können in Weiß oder in Grau dargestellt sein. Die weißen Schnittteile müssen aus beiden übereinander liegenden Stofflagen ausgeschnitten werden. Die grauen Schnittteile hingegen werden nur aus einer Stofflage zugeschnitten.

Auf jedem Schnittteil ist eine Linie mit dem Begriff "Fadenlauf" beschriftet.

Alle Schnittteile werden so aufgelegt, das diese Linie parallel zur Webkante und dem Stoffbruch verläuft. Schnittteile auf deren Rand "Bruch" steht, müssen mit dieser Seite genau auf die gefaltete Stoffkante gelegt und zugeschnitten werden. Hierdurch entsteht dann ein symmetrisches Schnittteil ohne Mittelnaht.

Die Naht- und Saumzugabe

DIE WICHTIGSTEN ZENTIMETER BEIM ZUSCHNITT

Als "Nahtzugabe" bezeichnet man das angegebene Maß, das an allen Seiten eines Schnittteiles zugegeben werden muss. Schnittteile auf dem Schnittmusterbogen beinhalten keine Nahtzugaben. Diese müssen individuell an jedem Schnittteil, wie in der Nähanleitung unter dem Begriff "ZUSCHNITT" angegeben , dazugegeben werden. Das bedeutet, dass beim Zuschnitt nicht direkt an der Kante des aufgelegten Papier-Schnittteiles entlang geschnitten werden darf, sondern die angeführten Nahtzugaben berücksichtigt werden müssen.

Die Strichrichtung

STOFFE MIT "HAARIGER" OBERFLÄCHE

Viele Stoffe wie Samt, Cord, Velours und Cashmere haben eine haarige Oberfläche. Alle diese Stoffe haben eine Strichrichtung. Streicht man parallel zur Webkante über den Stoff, so fühlt es sich in Strichrichtung angenehm glatt an. Entgegen der Strichrichtung stellen sich die kleinen Härchen auf, und es fühlt sich rauh an. Beim Zuschnitt ist es wichtig, alle Schnittteile in der gleichen Strichrichtung aufzulegen.

Die Musterrichtung

GEMUSTERTE STOFFE ZUSCHNEIDEN

Während man bei dem Zuschnitt von uni-farbenen Stoffen nur den Fadenlauf und die Strichrichtung beachten muss, ist beim Auflegen der Schnittteile auf einen gemusterten Stoff auch die Musterrichtung und der Rapport wichtig. Bei allen farbig bedruckten oder im Muster gewebten Stoffen, wiederholt sich das verwendete Muster. Diese Wiederholungen nennt man den Rapport des Stoffes. Damit ein Muster auf dem Vorder- und Rückenteil eines Kleidungsstückes "nahtlos" in einander übergeht, müssen die Schnittteile auf dem Stoff entsprechend auf gleicher Höhe oder im entsprechenden Rapport platziert werden.

Tipp: Wenn ein gemusterter Stoff (z.B. ein karierter) im Stoffbruch zugeschnitten wird, muss darauf geachtet werden, dass beide Stofflagen exakt im Muster aufeinander liegen.